Peter Riedl: "Ein Blick auf die Liebe - aus buddhistischer Sicht"
Im Buddhismus wird einerseits zwischen "Liebender Güte", einer allumfassenden Liebe ohne Begehren und andererseits einer begehrlichen Liebe unterschieden. Der buddhistische Übungsweg ist auf das Hervorbringen der "Liebenden Güte" gerichtet, sie ist uns nicht angeboren. Der Vortrag ist eine Einweisung zur Erreichung dieses Übungszieles. Der Umgang mit der Sexualität reicht von einer zölibatären Lebensweise bis zur Einbeziehung der Sexualität in die spirituelle Übung. In der „Lehre der Bedingten Entstehung“ werden die Entstehung und Überwindung des sexuellen (sinnlichen) Begehrens beschrieben. Ziel des Buddhismus ist die Überwindung des Leidens und in diesem Sinn steht er Psychologie und Psychotherapie gelegentlich näher als abendländischer Religionsausübung. Das Abidhamma, die frühbuddhistische Psychologie, ist vor beinahe 2000 Jahren verfasst worden. Die Methoden zur Überwindung menschlichen Leidens sind allerdings andere als in westlichen Therapieformen. Liebe und Sexualität stehen nicht im Vordergrund, sondern werden vorwiegend in Bezug auf das Übungsziel der Leidüberwindung gesehen.
| Audio: Peter_Riedl_Ein_Blick_auf_die_Liebe-aus_buddhistischer_Sicht.mp3 44.3 MB | 23. 01. 2011 12:24 Uhr |
Peter Riedl
Univ.Prof., Dr.med., beschäftigt sich seit ca. 25 Jahren mit Buddhismus und Meditation, Gründer und Herausgeber der buddhistischen Zeitschrift "Ursache&Wirkung"; war von 1991-2006 in der ÖBR (Österreichischen Buddhistischen Religionsgesellschaft) als Vorstand der Buddhistischen Gemeinde, als Generalssekretär und als Präsident der ÖBR tätig; Gründer von W.I.S.D.O.M. - Wiener Schule der offenen Meditation.
www.p-riedl.at
