LEXIKON

Spirituelle Krise

Der Begriff wurde von Stanislav und Christina Grof in die Transpersonale Psychotherapie eingeführt. Bis in die 80er Jahre hinein bezeichnete er krisenhafte Entwicklungen von Menschen auf einem traditionellen spirituellen Weg. Es können jedoch auch Menschen in ihrem Alltag in eine Krise geraten, wenn sie mit einem tieferen Verständnis von sich selbst und dem Mysterium der Existenz in Berührung kommen. Eine spirituelle Krise zeigt sich immer als Mischform von Schwierigkeiten neurotischer Lebensorganisation und dem Auftreten spiritueller Erfahrungen und Energien. Es wird daher heute von spirituell-existentieller Krise oder psycho-spiritueller Krise gesprochen. Spirituelle Energien manifestieren sich in der Regel als erhöhte Lebensenergie, als Möglichkeit zu mehr Freiheit und als größere Bereitschaft, das eigene Herz zu öffnen. Treffen diese Potentiale mit ungelösten Konflikten der aktuellen Lebensführung oder der eigenen Biographie zusammen, so kann das zum krisenhaften Zusammenbruch alter Strukturen führen, ohne daß ein neuer Halt im aktuellen Leben schon gefunden wäre.

Auslöser spirituell-existentieller Krisen im allgemeinen sind ein übermäßig hohes Streßniveau aufgrund traumatischer Lebensumstände, das häufig gekoppelt ist mit einer individuell erhöhten Streßbereitschaft. Als klassische Auslöser (Stanislav und Christina Grof, Emma Bradgon u.a.) gelten traumatische Trennung und Verlust, Nah-Todes-Situationen (z.B. schwere operative Eingriffe, Unfälle), Geburt eines Kindes, intensive sexuelle Erfahrungen, traumatische Beziehungen und Familienerfahrungen (z.B. sexueller Mißbrauch, körperliche Mißhandlung und Gewalt). Weiters können intensives Üben einer spirituellen Technik und intensive psychotherapeutisch geleitete Selbsterfahrung krisenauslösend sein.

Die Formen spirituell-existentieller Krisen sind einerseits kultur- und traditionsabhängig, andererseits beeinflußt von der individuellen Biographie und karmischen Faktoren. Die bekanntesten Formen spiritueller Krisen sind: die Erfahrung des zentralen Archetyps (John W. Perry) bzw. die Öffnung gegenüber dem Mythos des Lebens; die schamanische Krise; die Dynamik von Tod und Wiedergeburt; das Erwachen der Kundalini. Als weitere Formen nennt Grof das Auftauchen karmischer Muster, die sensitive Öffnung, unterschiedliche Formen von Hellsichtigkeit und Telepathie, die Erfahrung der Besessenheit, sowie psychoide und paranormale Erfahrungen.

Autor: Ingo Jahrsetz

Literatur

  • Grof, Christina und Stanislav: The Stormy Search For The Self. New York 1990 (St. Martins Press)
  • Spiritual Emergency. When Personal Transformation Becomes a Crisis. Ed. By Christina and Stanislav Grof. Los Angeles 1989 (Jeremy P. Tarcher)
  • Bragdon, Emma: Spirituelle Krisen. Freiburg 1991 (Bauer)
  • Sanella, Lee: Kundalini – Psychosis Or Transcendence? San Francisco 1981 (H.S. Dakin)

Literatur

  • Grof, Christina und Stanislav: The Stormy Search For The Self. New York 1990 (St. Martins Press)
  • Spiritual Emergency. When Personal Transformation Becomes a Crisis. Ed. By Christina and Stanislav Grof. Los Angeles 1989 (Jeremy P. Tarcher)
  • Bragdon, Emma: Spirituelle Krisen. Freiburg 1991 (Bauer)
  • Sanella, Lee: Kundalini – Psychosis Or Transcendence? San Francisco 1981 (H.S. Dakin)

Spirituelle Krise

Der Begriff wurde von Stanislav und Christina Grof in die Transpersonale Psychotherapie eingeführt. Bis in die 80er Jahre hinein bezeichnete er krisenhafte Entwicklungen von Menschen auf einem traditionellen spirituellen Weg. Es können jedoch auch Menschen in ihrem Alltag in eine Krise geraten, wenn sie mit einem tieferen Verständnis von sich selbst und dem Mysterium der Existenz in Berührung kommen. Eine spirituelle Krise zeigt sich immer als Mischform von Schwierigkeiten neurotischer Lebensorganisation und dem Auftreten spiritueller Erfahrungen und Energien. Es wird daher heute von spirituell-existentieller Krise oder psycho-spiritueller Krise gesprochen. Spirituelle Energien manifestieren sich in der Regel als erhöhte Lebensenergie, als Möglichkeit zu mehr Freiheit und als größere Bereitschaft, das eigene Herz zu öffnen. Treffen diese Potentiale mit ungelösten Konflikten der aktuellen Lebensführung oder der eigenen Biographie zusammen, so kann das zum krisenhaften Zusammenbruch alter Strukturen führen, ohne daß ein neuer Halt im aktuellen Leben schon gefunden wäre.

Auslöser spirituell-existentieller Krisen im allgemeinen sind ein übermäßig hohes Streßniveau aufgrund traumatischer Lebensumstände, das häufig gekoppelt ist mit einer individuell erhöhten Streßbereitschaft. Als klassische Auslöser (Stanislav und Christina Grof, Emma Bradgon u.a.) gelten traumatische Trennung und Verlust, Nah-Todes-Situationen (z.B. schwere operative Eingriffe, Unfälle), Geburt eines Kindes, intensive sexuelle Erfahrungen, traumatische Beziehungen und Familienerfahrungen (z.B. sexueller Mißbrauch, körperliche Mißhandlung und Gewalt). Weiters können intensives Üben einer spirituellen Technik und intensive psychotherapeutisch geleitete Selbsterfahrung krisenauslösend sein.

Die Formen spirituell-existentieller Krisen sind einerseits kultur- und traditionsabhängig, andererseits beeinflußt von der individuellen Biographie und karmischen Faktoren. Die bekanntesten Formen spiritueller Krisen sind: die Erfahrung des zentralen Archetyps (John W. Perry) bzw. die Öffnung gegenüber dem Mythos des Lebens; die schamanische Krise; die Dynamik von Tod und Wiedergeburt; das Erwachen der Kundalini. Als weitere Formen nennt Grof das Auftauchen karmischer Muster, die sensitive Öffnung, unterschiedliche Formen von Hellsichtigkeit und Telepathie, die Erfahrung der Besessenheit, sowie psychoide und paranormale Erfahrungen.

Autor: Ingo Jahrsetz